Neuer Meldorfer Hafen
30. Januar 2021

Heute ist einer der wenigen echten Wintertage im Jahr. Es ist klirrend kalt. Doch bei blauem Himmel und strahlender Sonne zieht es mich raus. Ich brauche Meer. Ich brauche Sonne und heute brauche ich auch mal Schnee.

Unberührter Schnee

Hier am neuen Meldorfer Hafen habe ich das Glück und finde alles drei auf einmal. Für den Hafen hier interessiert sich heute kaum wer, weshalb man hier die traumhafte Stille dieser faszinierenden Winterlandschaft genießen kann.

Winterlandschaft

Der Anblick begeistert mich. So schön hatte ich es mir nicht vorgestellt.

Blauweißer Kontrast

Der Hafen hält tiefen Winterschlaf. Die Stege sind leer und eine dünne Eisschicht überzieht hier und da das Hafenbecken.

Leerer Hafen

Nordsee. Gezeitenrevier. Meer der Mythen und Sagen. Der Stürme und Katastrophen. Doch der Blick hinaus sagt heute etwas völlig anderes.

Hafenmole Nord

Ruhige See. Flaute. Keine Abenteuer. Stille. Nur von fern höre ich das Lachen der Kinder, die mit ihren Schlitten den schneebedeckten Deich hinab sausen.

Hafenmole Süd

Die Hafeneinfahrt jedoch liegt spiegelglatt vor mir. Es ist kaum vorstellbar, dass es hier anders zugehen kann. So friedlich spiegeln sich die Dalben im Wasser, dass es fast unecht wirkt.

Stille Dalben

Es ist idyllisch hier und die schneebedeckten Gräser und Sträucher am Ufer tragen mit ihrer kalten Last zu diesem Bild bei. Ihre zarten Zweige sind stark und ihre Ausdauer wirkt schon fast etwas stoisch.

Schneebedeckte Zweige…
…. und Ufergras

Das Hafenbecken ist riesig. Im Sommer ist es hier sicherlich voll. Doch jetzt ist keiner da. Der Weg um den gesamten Hafen ist einsam. Der Schnee knirscht bei jedem Schritt unter meinen Schuhen. Ich mag dieses Geräusch und ich freue mich wie ein kleines Kind über dieses Erlebnis. Viel zu selten höre ich es im Winter.

Ende des Hafenbeckens
Gesamtes Hafenbecken

Schön ist es einfach. Zu allen Seiten Natur. Für Mensch und Tier ist gesorgt. Schnatternde Wasservögel bewohnen die Naturschutzgebiete weiter nördlich und östlich, während der Mensch abgelegen davon seine Boote jenseits der schmalen Straßen versorgen kann.

Hafengelände

Doch auch hier trifft man keine Seele. Nur die Reifenspuren bezeugen, dass auch andere Menschen hier irgendwo sein müssen. Ansonsten auch hier, einfach Stille.

Boote im Winterschlaf

Ich will nicht fort. Will noch ein bisschen bleiben. Meinen Gedanken nachhängen. Den frühen Abend genießen und mit dem Sonnenuntergang ausklingen lassen.

Menschenleere Straße

Meine Gedanken beginnen ab zu schweifen und für einige kurze Momente träume ich mich fort.

Platz an der Sonne

Ich könnte ewig hier stehen und diesen Anblick in mich aufnehmen. Es fasziniert mich jedes mal auf’s Neue, wie der Himmel diese Farben zustande bringen kann.

Hafen

Nocheinmal zieht es mich auf die andere Seite des Deiches. Noch ein mal blicke ich auf die stille Nordsee. Irgendwo da draußen wird die Sonne gleich verschwinden um an einem fernen Ort dieser Welt andere Menschen zu erfreuen.

Hafenmole Nord

Doch solange sie noch ihr Farbenkleid am hiesigen Himmel trägt, solange bleibe ich und halte inne um mich ebenfalls an ihr zu erfreuen.

Für mich bedeutet dieser Anblick Leben. Und Liebe. Unbeschreiblich und einfach schön.

Blick auf die Nordsee

Es ist noch immer kalt. Bitterkalt jetzt und das freigelegte Watt gefriert augenblicklich. Ein seltener Anblick diese Eisschicht auf dem nassen Schlick.

Gefrorenes Watt

Blick Richtung Büsum
Hafeneinfahrt
Noch immer Flaute
Nordsee sundowner
Pricken zum Hafen

Jetzt wird es dunkel und dicke Nebelschwaden bedecken die Felder. Sie verleihen dem Rückweg etwas gespenstisches. Der sternenklare Abend rundet die Erlebnisse des Tages ab und lässt mich während der Heimfahrt alles nocheinmal Revue passieren.

Kalt ist es

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